Strom Vergleich 2014


45% des Strompreises sind staatliche Abgaben

Die Strompreise sind aufgrund ihres rasanten Anstiegs in den letzten Jahren für viele Verbraucher ein Ärgernis und eine starke Belastung im Hinblick auf das Haushaltsbudget geworden. Doch wie setzen sich die Stromkosten eigentlich zusammen? Welche Rolle spielt der Staat? Wie sehen zukünftige Entwicklungstendenzen aus?

Wie setzt sich der Strompreis eigentlich konkret zusammen?
Insgesamt setzt sich der Strompreis aus 7 Komponenten zusammen, die im Einzelnen kurz genannt und beschrieben werden. Die prozentualen Anteile zeigen Ihnen jeweils, welcher Faktor besonders ins Gewicht fällt (Referenz: statistische Daten aus dem Jahr 2011):

- Stromerzeugung (eigentliche Energiegewinnung): 34,1 %
- Netznutzung (Stromtransport): 20,1 %
- Umsatzsteuer: 19 %
- Konzessionsabgabe: 7,2 %
- Ökosteuer/Stromsteuer: 8,2 %
- EEG Umlage (gemäß Erneuerbare Energien Gesetz): 11,3 %
- KWK Umlage (Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz): 0,1 %

Das Entgelt für die Stromerzeugung bezieht sich auf die eigentliche Herstellung in Kraftwerken, wobei eine Gewinnmarge für die betreffende Industrie inbegriffen ist. Bei der Netznutzung handelt es sich um Kosten, die für den Transport und die Verteilung bzw. den Ausbau des Stromnetzes entstehen. Die Umsatzsteuer geht direkt in die Staatskasse, die Konzessionsabgabe bezieht sich auf das Entgelt zur Einräumung von Wegerechten durch Kommunen. Die unter Bundeskanzler Gerhard Schröder eingeführte Ökosteuer dient dem Ausbau der erneuerbaren Energien (Solarstrom, Windkraft etc.) und zur Stabilisierung des Beitragssatzes zur gesetzlichen Rentenversicherung. Die EEG Umlage dient ebenfalls der Förderung der erneuerbaren Energieformen (im Solarbereich sind gerade drastische Subventionskürzungen beschlossen worden). Die KWK Umlage dient der Förderung der Stromerzeugung aus Anlagen, die die Kraft-Wärme-Kopplung nutzen.

Welche staatlichen Abgaben und Steuern sind im Strompreis enthalten?
Wenn Sie die obigen Komponenten betrachten, dann fällt Ihnen sicherlich auf, dass im Grunde nur die ersten beiden Positionen (Erzeugung und Netznutzung) keine staatlichen Abgaben darstellen, wobei “Vater Staat” hier aber natürlich indirekt über die Umsatzsteuer am Gewinn beteiligt ist. Steigt der Stromverbrauch bzw. auch der Preis, so fließt natürlich auch mehr Geld in die Staatskasse. Die Daten zeigen, dass etwas über 50 % der Stromkosten durch die Produktion und die Zustellung erklärt werden können. Die Abgaben an den Staat erreichen aber auch schon eine Quote, die die 45 % Marke mittlerweile überschritten hat.

Im Strompreis enthaltene staatliche Abgaben, Steuern und Gebühren:

- Umsatzsteuer
- Konzessionsabgabe
- Ökosteuer/Stromsteuer
- EEG Umlage
- KWK Umlage

Gesamtvolumen: über 45 %

Tendenzen: Wie haben sich die Steuern und Abgaben in den letzten Jahren entwickelt?
Ein Blick auf die Entwicklung der Stromkosten in den letzten 15 Jahren zeigt, dass sich die Kilowattstunde durchschnittlich von 17 Cent auf über 25 Cent im Jahr 2012 verteuert hat bzw. verteuern wird. Dies entspricht einer Teuerungsrate von ca. 50 %, wobei es regional je nach Anbieter und Netzstruktur noch Unterschiede geben kann. Ein Blick auf die Details für die Kosten in Bezug auf die Stromerzeugung und den Transport zeigt, dass es hier nur eine geringe Steigerung gegeben hat, zwischenzeitlich sind die Preise sogar gefallen. 1998 lag der Anteil pro Kilowattstunde bei 12,89 Cent, im Jahr 2011 bei 13,57 Cent. Die eigentlichen Produktionskosten für Strom, die ca. 50 % des Gesamtvolumens ausmachen, können diese Entwicklung also keinesfalls erklären.
Wer mehr über die Zusammensetzung und die Entwicklung der Strompreise erfahren möchte, findet bei Tarifhelfer.de über diesen Link mehr Infos.

Inwieweit ist also der Staat auch an den stetig steigenden Strompreisen Schuld?
Wenn Sie die Daten im Jahresvergleich betrachten, dann merken Sie sehr schnell, dass der Staat maßgeblich zur Steigerung der Stromkosten beigetragen hat. Dies begann mit der Einführung der EEG Umlage, die mittlerweile einen beträchtlichen Teil des Gesamtpreises ausmacht. 2006 wurde die Mehrwertsteuer um 3 % erhöht, was sich ebenfalls direkt auf den Endtarif für Verbraucher ausgewirkt hat. Auch die Ökosteuer wirkt sich seit ihrer Einführung mit einem beträchtlichen Gewicht aus. Man kann also durchaus sagen, dass die Politik der Bundesregierung in den letzten 15 Jahren maßgeblich zur Steigerung der Energiekosten beigetragen hat. Durch neu geschaffene Abgaben (Ökosteuer und EEG Umlage), die den Ausbau der erneuerbaren Energien fördern sollen, wurde der Strompreis deutlich und vor allem auch langfristig erhöht. Natürlich hat der Staat auch indirekt ein Interesse an hohen Stromtarifen, da sich so durch die Mehrwertsteuer hohe Einnahmen für die klamme Staatskasse ergeben. Allerdings stellen hohe Energiekosten auch ein Risiko für den Wirtschaftsstandort Deutschland dar.

Wie sieht die Zukunft des Strompreises in Deutschland aus?
Erst vor kurzem haben wieder zahlreiche regionale Stromanbieter mit neuen Preiserhöhungen auf sich aufmerksam gemacht. Sie begründen diese mit gestiegenen Kosten für die Produktion und den Netzausbau. Hier zeigt sich ein deutlicher Zusammenhang zur beschlossenen Energiewende in Deutschland. Im Jahr 2022 sollten alle Kernkraftwerke abgeschaltet sein, bis dahin sollten die erneuerbaren Energien ca. 35 % des gesamten Energiebedarfs in Deutschland decken. Allerdings ist dazu ein massiver Ausbau des Netzes nötig, damit die Windparks in der Nordsee die ‘erneuerbare Energie’ auch in den industriell starken Süden transportieren können. Alle Politiker betonen, dass Strom in Zukunft nicht zuletzt aufgrund der Energiewende teurer wird, schließlich sind Investitionen in Milliardenhöhe nötig, die auch an die Stromkunden weitergegeben werden. Gleichwohl betonen fast alle Politiker unisono, dass die Energiekosten für Verbraucher und den Industriestandort Deutschland insgesamt bezahlbar bleiben müssen. Dies kann aber angesichts der hier geschilderten Daten nur funktionieren, wenn “Vater Staat” in Zukunft seine preistreibende Rolle nicht mehr so stark ausübt.

Fazit:
Für Verbraucher gibt es dennoch eine gute Nachricht, denn online lassen sich mit wenigen Klicks die Tarife verschiedener Stromanbieter vergleichen. So können Sie auch in Zukunft flexibel auf Preiserhöhungen reagieren und stets den attraktivsten Tarif für sich wählen. Dass es weitere Anstiege im Bereich der Energiekosten auch in Zukunft geben wird, ist unbestritten. Die Höhe lässt sich allerdings nicht genau beziffern.

+

  1. Zusammensetzung des Strompreises: Ein Einblick Nicht erst seit der kürzlich...
  2. Aktuelle Veränderungen und Entwicklungen auf dem Strommarkt Seit 1998 wurde der Strommarkt...
  3. Mit einem Stromtarifrechner viel Geld sparen Die Summe, die unter der...
  4. Preisentwicklung für Strom im Auge behalten Werden die letzten Jahre genauer...