Strom Vergleich 2014


Zusammensetzung des Strompreises: Ein Einblick

Nicht erst seit der kürzlich beschlossenen Energiewende ärgern sich viele Verbraucher beim Anblick der Jahresabrechnung über steigende Strompreise. Doch woraus setzt sich der Strompreis überhaupt zusammen? Wer verdient wie viel und wie hat sich der Preis in den letzten Jahren entwickelt?

Aus welchen Kostenstellen setzt sich der Strompreis zusammen?
Grundsätzlich besteht der Strompreis aus den 3 folgenden Komponenten: Energielieferung, Netznutzung und Steuern bzw. Abgaben und Umlagen. Energielieferung meint den Preis für den gelieferten Strom, welcher maßgeblich an Großhandelsmärkten (Beispiel: European Energy Exchange (EEX)) bestimmt wird. Gemeint sind also die Kosten für das Produkt Strom, die aktuell etwa ein Viertel des gesamten Strompreises ausmachen. Dieser Anteil beinhaltet auch die Gewinnmarge des jeweiligen Stromanbieters, wohingegen die Preise für die Netznutzung sowie die Höhe der Abgaben und Steuern staatlich reguliert werden.

Hieran wird deutlich, dass der Staat großen Einfluss auf die Energiepreise hat und maßgeblich an den Einnahmen beteiligt ist. Die Kosten für den Strom selbst machen nur 25% des Endpreises aus. Das Netznutzungsentgelt ist ein staatlich bestimmtes Entgelt für den Transport und die Verteilung des Stromes. Dieser Posten stellt ca. 25% des gesamten Strompreises dar, was auch darin begründet ist, dass in Deutschland vier ‘Energieriesen’ quasi eine Monopolstellung aufweisen. Der größte Anteil des Strompreises jedoch entsteht für Verbraucher durch die staatlichen Abgaben: Aktuell sind es schon über 40%. Ein anderer wesentlicher Bestandteil, den viele Verbraucher von der jährlichen Jahresabrechnung her kennen, ist der Anteil für die Messgeräte (Stromzähler) sowie für die Abrechnung. Diese Kosten machen aber insgesamt nur ca. 4% der Gesamtkosten aus.

Welchen Anteil nehmen Steuern und Abgaben ein? Wie viel verdient der Staat am Strom?
Wie oben bereits erwähnt, verursachen staatliche Steuern und Abgaben mit über 40% die größten Kosten. Daher kann durchaus gesagt werden, dass die Politik die Rahmenbedingungen für den Strompreis maßgeblich mitbestimmt und in den letzten Jahren auch zur Preissteigerung beigetragen hat. Unter den Punkt Abgaben und Steuern fallen ganz konkret folgende Posten:

- Konzessionsabgabe (= Entgelt für eingeräumte Wegerechte in Kommunen)
- KWK-Umlage im Sinne des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung)
- EEG-Umlage zur Förderung der erneuerbaren Energien (Windkraft, Solarenergie, etc.)
- Ökosteuer (Stromsteuer) zur Förderung einer klimafreundlicheren Politik sowie zur Stabilisierung des Rentenbeitragsniveaus
- Umsatzsteuer (liegt aktuell bei 19%).

Der Ausweis der geschilderten Kostenpunkte erfolgt auf Rechnungen unterschiedlich. Während die Umsatzsteuer für Verbraucher deutlich sichtbar separat ausgewiesen wird, so werden die anderen Kostenpunkte oft einfach unter dem Begriff ‘Arbeitspreis’ zusammengefasst. Große und sehr energieintensive Unternehmen sind von der EEG-Umlage z.T. befreit, da sie sonst in der Produktion mit erheblichen Mehrkosten kalkulieren müssten und so die Wettbewerbsfähigkeit eingeschränkt werden könnte.

Hat sich die Zusammensetzung in den vergangenen Jahren verändert?
Die Konzessionsabgabe ist schon seit dem Jahre 1998 konstant, wohingegen die KWK-Zulage in den Jahren 2010 und 2011 gefallen ist. Auch die 1998 eingeführte Stromsteuer (Ökosteuer) ist seit 2003 konstant. Die Umsatzsteuer ist seit den Beschlüssen der Großen Koalition im Jahre 2005 von damals 16% auf aktuell 19% gestiegen; in den letzten 6 Jahren ist sie also konstant geblieben. Die Kosten für die eigentliche Stromerzeugung sind seit 1998 kontinuierlich von Jahr zu Jahr gestiegen, auch wenn 2010 und 2011 wieder ein leicht fallender Preis konstatiert werden kann.

Der größte Preistreiber der jüngsten Zeit ist aber die EEG-Umlage, da diese von 2010 bis 2011 kräftig gestiegen ist. Sie wird wohl auch in naher Zukunft steigen, da im Zuge der beschlossenen Energiewende neue Investitionen im Bereich der alternativen Energie nötig werden (Stichwort Netzausbau). Betrachtet man die Preisentwicklung zwischen 1998 und 2011, so muss man feststellen, dass die Abgaben und Steuern für Strom von knapp 25% auf mittlerweile 40% angestiegen sind. Damit wird deutlich, dass neben wirtschaftlichen Entwicklungen vor allem politische Maßnahmen entscheidend zum Preisanstieg beim Strom beigetragen haben.

Aktueller Hinweis zur Strompreisentwicklung
In den letzten Wochen haben wieder Hunderte von (regionalen) Stromanbietern kräftige Preiserhöhungen verkündet. Begründet werden diese vor allem mit steigenden Kosten für die Beschaffung sowie mit Netzkosten. Jetzt aber hat die Bundesnetzagentur mitgeteilt, dass die Erhöhung in dieser Form nicht gerechtfertigt sei. Daher rechnet die Behörde damit, dass viele Stromanbieter die beschlossenen Erhöhungen zumindest teilweise wieder revidieren werden.

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